![]() |
Auszüge aus dem Jahresbericht : Liebe Freundinnen und Freunde des Ambulanten Hospizdienstes Pforzheim e.V.! Ein Bild für Hospizarbeit kann die Brücke sein, wie Sie sie auf der Titelseite finden. Nun füllt Hospizbegleitung eine Brückenfunktion auf vielfältige Weise aus: Zwischen Menschen in unterschiedlichen Lebensabschnitten, sei es, dass sie sich am Lebensende oder in der Mitte des Lebens oder in einem Lebensabschnitt voller Trauer befinden, zwischen Menschen, die kranke und trauernde Menschen begleiten und solchen, die sich begleiten lassen. Eine Brücke verbindet verschiedene Welten und Lebensbereiche und ermöglicht Begegnung. Dieser Jahresbericht will auch eine Brücke zu Ihnen bilden: Er möchte Sie teilhaben lassen am Geschehen der ambulanten Hospizarbeit in Pforzheim, weil wir Sie mit dem Hospizanliegen und der Konkretisierung vor Ort verbunden wissen. Dieser Jahresbericht erscheint zum ersten Mal und möchte neben den Berichten aus den konkreten Arbeitsfeldern eine Übersicht geben über den Aufbau und die verschiedenen Arbeitsbereiche des Hospizdienstes. Die Worte des untenstehenden Gedichtes mögen das Grundanliegen von Hospiz zusammenfassen. Es bleibt Aufgabe, dieses Anliegen wachzuhalten und zu vertiefen. Regina Mandel Vorstandssprecherin Gib mir deine Hand, die Welt wird dunkel, ich seh´nichts mehr und die Musik wird so leis. Gib mir deine Hand, ich riech´nichts mehr, mein Hals ist so trocken, meine Augen sind so trüb, ich spür´nichts mehr. Gib mir deine Hand, hilf mir beim Alleinsein, gib mir deine Hand und führ´mich über die Brücke Verfasser unbekannt ![]() Wie kommt eine Begleitung zustande? Eine Begleitung beginnt immer mit und bei der Einsatzleitung. Diese verfügt über ein Handy, dadurch ist sie rund um die Uhr erreichbar. Die Anrufer werden vom Festnetzanschluss des Ambulanten Hospizdienstes direkt auf das Handy der Einsatzleitung umgeleitet. Die Einsatzleitung sind Theresia Kraft, Krankenschwester und Palliativfachkraft, und Sonja Schaudt ebenfalls Palliativkraft. Es wird ein Erstbesuch mit den Betroffenen vereinbart. Bei diesem Erstbesuch versucht die Einsatzleiterin sich ein Bild von der Situation zu machen. Erste Hilfestellungen werden gegeben. Im Gespräch wird der Unterstützungsbedarf ermittelt und mit den Betroffenen der Umfang der Hilfe für die momentane Situation vereinbart. Die Einsatzleiterin sucht nun die Person aus, welche für die Begleitung sowohl zeitlich als auch durch persönliche Voraussetzungen in Frage kommt. Sie bringt die Ehrenamtliche zum Erstbesuch in die betroffene Familie und stellt sie dort vor. Nun gehen die Betroffenen mit dem Begleiter den Weg gemeinsam. Jede Begleitung ist anders, jeder Mensch hat seine eigenen individuellen Bedürfnisse und Erwartungen. Oft können wir nicht mehr tun als „dasein“, „zuhören“ und „mit aushalten“.
EinsatzbereicheBegleitung im häuslichen Bereich Die Einsätze im häuslichen Bereich und in den Pflegeheimen unterscheiden sich von denen in Kliniken deutlich. Im häuslichen Bereich wird mit den Betroffenen beim Erstgespräch, das die Einsatzleitung führt, eine Anwesenheitszeit vereinbart, die regelmäßig von ein und derselben Person eingehalten wird. Die Ehrenamtlichen gehen so mit dem Betroffenen und dessen Familie eine ganze Strecke des Weges gemeinsam. Dabei ist das ganze Umfeld mit all den dazugehörigen Angehörigen eingeschlossen. Wenn nötig, können die Angehörigen auch eine zusätzliche Person zur Begleitung in Anspruch nehmen. Viel Heilendes für ein ins Wanken gekommenes Familiensystem kann in dieser Zeit geschehen, wenn die Betroffenen bereit sind und die Kraft haben, sich zu öffnen. Solche Besuche sind oft von Leichtigkeit und Freude geprägt. Die Inhalte und den Verlauf dieser Einsätze bestimmen einzig und alleine die Betroffenen. Begleitung im stätionären Bereich der Onkologie des Klinikums Pforzheim Auf Anfrage von Oberärztin Frau Dr. Sandritter begann im April 2003 der Aufbau eines Besuchdienstes auf der Onkologie des Klinikums Pforzheim (M3). Zwei ehrenamtliche Helfer des Hospizdienstes bieten einmal wöchentlich unterstützende Begleitung durch Besuch in den Krankenzimmern auf der Station an. Oft werden durch „leise Gespräche“ Zweifel und Sorgen um die Zukunft, Fragen nach der Endlichkeit, nach Sterben ausgesprochen. Die Mitarbeiter versuchen in einem geschützten Rahmen zuzuhören und Zuwendung zu schenken. Doch es gibt auch Gespräche, die nicht nur von Leid und Trauer geprägt sind, sondern von sehr viel Mut und Lebensfreude. Durch die Regelmäßigkeit der Besuche kann Vertrauen wachsen und die Begleitung nicht selten im häuslichen Bereich weitergeführt werden. Begleitung in Pflegeheimen Neben den Besuchen auf der Onkologie des Klinikums Pforzheim finden ebenfalls Begleitungen in verschiedenen Altenpflegeheimen Pforzheims statt. Trauerbegleitung Eine regelmäßige Begegnungsmöglichkeit für Trauernde wird einmal im Monat im „Lebenscafé“ angeboten. Ziel des Lebenscafés ist es, den Austausch untereinander zu ermöglichen, Impulse zu geben und Schritte in die „Öffentlichkeit“ zu unterstützen. Diese Treffen werden von drei bis vier Ehrenamtlichen begleitet und moderiert. Im ersten Teil des Treffens findet das Gespräch untereinander statt, der zweite Teil wird als moderiertes Gruppengespräch gestaltet. Das Lebenscafé besteht seit Herbst 2005 und wird von Betroffenen sehr dankbar angenommen. Das Lebenscafé findet statt am 3. Samstag im Monat (von 15.00 bis 17.00 Uhr). im Nebenraum des Café Bellevue, Ispringer Str. 41, 75177 Pforzheim, am Hauptfriedhof. ![]() ![]() |
| Seitenanfang |
Copyright © 2001
|
| « zurück |
Gerhard Kühlmann
|
| vor » |
Webmaster@hospizdienst-pforzheim.de
|